Vom 22. - 26. Januar 2024 fand in Ober-Ramstadt die Gebetswoche zur Einheit der Christen statt. In vier Andachten feierten die vier christliche Kirchengemeinden (evangelische Kirche, katholische Kirche, neuapostolische Kirche und evangelisch-freikirchliche Gemeinde) zum Motto „Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst“.
Ein im wahrsten Sinn des Wortes verbindendes Element war ein Verbandkasten, der bei allen Andachten auf den Altären stand. Warum? Wer helfen will wie der barmherzige Samariter, benötigt Hilfsmittel – dafür stand symbolisch der Verbandkasten.
Wer im Sinn der tätigen Nächstenliebe helfen will, braucht z.B. ein offenes Ohr oder ein liebes Wort, Zeit zum Beten oder Mut um gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen oder Kraft um den Opfern zu helfen.
In den vier Abenden der Woche wurde der Text aus Lukas 10, Verse 25 – 37 Stück für Stück erklärt und auf unsere Zeit übertragen. Dabei rückte Jesus immer wieder in den Fokus.
Jede Gemeinde hatte besonderer Personengruppen der Stadt in ihren Fürbitten gedacht: Stadtverwaltung, diakonische Einrichtungen und Obdachlose, Erzieher/-innen und Lehrer/-innen sowie die verschiedenen Rettungskräfte (Malteser, Feuerwehr, THW, Notfallseelsorge).
Sehen und Helfen
Die Andacht in der Neuapostolischen Kirchengemeinde hatte den Schwerpunkt „Sehen und helfen“ und hatte verschiedene Elemente von Rede-Beiträgen, Gebeten und musikalischen Vorträgen.
Nach einem Eingangslied „Ich lebe von Barmherzigkeit“ (NGB 264) begrüßte Hirte Torsten Barnitzke, der Vorsteher der Gemeinde, die Teilnehmenden. Nach einem Eingangslied und Gebet stellte er kurz die Fokus-Verse des Abends (33-35) in dem Kontext vor und die herausragende Bedeutung, die das Gleichnis des barmherzigen Samariters aus christlicher Sicht hat.
Diakonin Sabine Klug vertiefte die Gedanken des „Hinsehens und Helfens“ und ging auf den „Erste-Hilfe-Kasten“ ein, der auf dem Altar stand – seine Bedeutung auf der Arbeit und in der Kirche als „Werkzeugkasten“, um körperlich zu helfen. Sie verwies darauf, wie wir Erste Hilfe an Menschen durchführen wollen, die in besonderen Notsituationen sind.
Diakonin Michaela Mühlhäuser ergänzte die Gedanken zu dem Samariter und nannte verbale Verletzungen und Ausgrenzungen, bei der wir die Verpflichtung haben, nicht still zu sein.
Was beide Diakoninnen herausarbeiteten:
- Jeder kann zum Nächsten werden!
- Wir wollen uns alle und unser Umfeld wertschätzen und allen mit Liebe begegnen – vorbehaltlos, so wie Gott und Jesus uns lieben.
Hirte i.R. Armin Nettke ergänzte zwei Glaubenserlebnisse, bei dem Gemeindemitglieder in besonderen Situationen Nächstenliebe und Gottes Hilfe erlebt haben. Bei einem Erlebnis wurde Jugendlichen, die auf der Autobahn mit dem Wagen liegen geblieben waren, durch den „zufällig“ dort lang fahrenden und anhaltenden damaligen Bezirksvorsteher geholfen. Erst nach seinem Halten stellt er fest, dass es Jugendliche aus seinem Bezirk gewesen sind. Priester Reiner Klug vertiefte danach Gedanken zum Thema „Hoffnung“.
Da berühren sich Himmel und Erde
Evangelist Mühlhäuser bereitete das gemeinsame „Unser Vater“ vor, in dem er das „Unser“ betonte, das verbindet und nicht ausschließt. Ein anschließendes Gebet beendete die Andacht.
Neben dem Gemeindechor, der die Andacht mit Stücken umrahmte, sang auch die Gemeinde verschiedene Lieder, u.a. das in allen Andachten gesungene Lied „Wo Menschen sich vergessen“. (EGB Plus 75). In einer Strophe heißt es passend: „Wenn Menschen sich verbünden, den Hass überwinden und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.“
Wie in jeder Andacht gab es anschließend Gespräche und das Empfinden, dass die christlichen Gemeinden in Ober-Ramstadt gemeinsam auf einem schönen und guten ökumenischen Weg sind.
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