Nach der Corona-Pause hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Darmstadt wieder zu einem großen Glaubensfest eingeladen. Am 16. Juni 2023 wurden in 13 Gotteshäusern der Innenstadt Impulse für Geist und Seele, Heiteres und Besinnliches und viel Musik angeboten. Ab 19 bis 23 Uhr wurde zu jeder vollen Stunde ein buntes Programm verschiedener Akteure in den Kirchen vorgestellt. Den Abschluss um 24 Uhr feierten die Christen gemeinsam in der runden Kirche St. Ludwig in der Stadtmitte.
In diesem Jahr war Chor und Orchester der Neuapostolischen Kirchengemeinde Darmstadt zum Musizieren in der katholischen Liebfrauenkirche eingeladen. Unter der Leitung von Sonja Beisenherz-Bosch und Daniel Bauer wurde im Sinne des Mottos „Gemeinsam in Christus“ ein ansprechendes Programm geistlicher Lieder aus verschiedener Epochen vorgetragen.
Zu Beginn ertönte die Mayer-Orgel der Liebfrauenkirche in prächtigem Klang mit der Toccata in d-moll von G. B. Nevine (1892-1943) in verkürzter Fassung. Der Chor eröffnete mit seinem Vortrag „Lobe den Herrn, meine Seele“ in einer neuen Fassung das Lob zur Ehre Gottes. Nach weiteren Chor- und Orchester-Vorträgen sang die Solistin Tina Stephan, begleitet von Chor und Orchester das Lied „Licht nach dem Dunkel“ ebenfalls in moderner Fassung. Das Musikstück „O Herr gib Frieden“ nach dem russischen Kirchengesang „Tebje pojem“ von Dmitri Bortnjanski (1751-1825) hat seit Beginn des Ukraine-Krieges eine tiefe Bedeutung gewonnen. Es folgte das Orchesterstück, „Meine Zeit steht in deinen Händen“ mit wunderschönen Solopartien durch Querflöte und Tenorhorn sowie „There’s a light“, komponiert im Gospelstil von Frithjof Tomusch, mitreißend vorgetragen von der Gesangssolistin. Zum Ende erklang „Der Mond ist aufgegangen“ mit dem Schlusssatz, den kranken Nachbarn nicht zu vergessen.
Die Besucher zeigten sich sichtlich begeistert und berührt. Manche Träne war auch noch in den Gesprächen nach dem Konzert zu bemerken.
Die Orchesterleiterin Sonja Beisenherz-Bosch drückte ihre Gedanken so aus:
„Es war, und da spreche ich bestimmt für alle Akteure, ein ganz großartiges und besonderes Erlebnis, in einer anderen Kirche zu musizieren. Die Liebfrauenkirche mit ihrer herrlichen Akustik hat es uns leicht gemacht und es hat so viel Spaß gemacht, mit unserem Chor und Orchester dort „unsere“ Musik zu machen. Alle Musiker*innen und Sänger*innen haben zu einer wunderbaren Stimmung beigetragen. Wir haben so schönes Feedback bekommen, dass man Lust bekommt, diese schöne Aktion zu wiederholen…“.
Was sagt die Neuapostolische Kirche zur Musik in unserer Kirche (Quelle NAK Nord-Ost-Deutschland):
"...die Neuapostolische Kirche versteht sich, im Sinne von M. Luther, als eine singende und musizierende Kirche, die durch Musik ihren Glauben bekennt. Was erklingt ist nicht Beiwerk, sondern zentrale Botschaft: auch Musik verkündet das Evangelium.“
Viele Kirchenmitglieder bringen sich ehrenamtlich ein. Sie alle schenken uns, damit alles funktioniert, etwas sehr Wertvolles, nämlich ihre Zeit. Alles wird Gott zur Ehre getan, aber es gilt auch: „die Gage der Ehrenamtlichen ist Wertschätzung, Anerkennung und Dankbarkeit“.
20. Juni 2023
Text:
Winfried Schmidt
Fotos:
Marcel Felde
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