Der Chor der Gemeinde Bergstraße traf sich am 3.10.2026 zum jährlichen Chorausflug. Das Ziel in diesem Jahr war das Schloss Freudenberg - Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne, bei dem eine Sonderführung für den Chor zum Thema Hören und Klang gebucht war. Eine der Sängerinnen, Ingrid Neuendorf, berichtet uns aus ihrer Sicht von diesem Tag.
Wir starteten vormittags mit unseren Privatfahrzeugen in Fahrgemeinschaften zu unserem ersten Ziel, dem Schloss Freudenberg, Wiesbaden. Es war eigentlich ein Familien-Chorausflug, weil die gesamte Familie teilnehmen durfte und damit auch viele Kinder dabei waren.
Deborah, eine sehr besondere, sympathische junge Frau führte uns zuerst einmal treppab in einen Raum im Kellerteil des Schlosses. Sie erklärte uns einige Details zum Schloss Freudenberg, fragte uns auch nach dem geschätzten Alter dieses Bauwerks. Da kamen große Unterschiede beim Schätzen zutage! Letztendlich verriet Deborah das Alter: 121 Jahre ist dieses Schloss alt. In diesem Raum befanden sich zwei große Stabklangkörper,die von Deborah mal ganz leise, mal etwas lauter, mit einem Klöppel angeschlagen wurden. Sie zauberte damit ein echtes Donnerfeeling! Dabei ging es sowohl um das Erleben der Stille und der Klänge, die man gerade noch hören kann, aber auch um ganz große und laute Klänge.
Danach ging es in den wunderbaren Klangraum mit dem Schwingboden, in dem Gongs und Instrumente in allen Größen aufgereiht waren: Es hieß: ‚Bitte Schuhe ausziehen‘. Wir durften uns auf den leicht schwingenden Fußboden setzen, mit unserem Körper spüren, was es bedeutet, diesen Fußboden mit unseren Fersen zu bearbeiten. Dann wurden wir gebeten, uns auf den Fußboden zu legen und Deborah nahm uns mit auf eine Klangreise. Sie brachte die Instrumente zum Schwingen, zum Klingen, in verschieden hohen und tiefen Tönen. Sogar Regenrasseln und Donnergrollen ließ sie uns hören. Diese Art der Schwingungen durch die verschiedenen größeren und kleineren Klangkörper waren äußerst spannend und gleichzeitig entspannend.
Es gab weitere Stationen kennenzulernen, zum Beispiel einen Raum mit 10 großen Tontöpfen, in die man hineingreifen konnte und mit den Händen fühlen sollte, welcher Art Gegenstände sich darin befinden (zum Beispiel: Linsen, kleine Steinchen, Holzstückchen,Tannenzapfen, u.v.a.m.).
Nun wurde es spannend: wer wollte, durfte den ‚Dunkelgang‘ durchlaufen – ohne Licht von Taschenlampe oder Handy. Hier konnte man sich nur vorwärtsbewegen, indem man sich mit der rechten Hand an der rechten Wand entlangtastete, die linke Hand schützend vor sein Gesicht hielt. Besondere Aufmerksamkeit erforderte an manchen Stellen der Fußboden, Hier versperrten Baumstämme den Weg, über die man steigen musste oder der Weg führte leicht schräg bergab oder es gab im Weg eine Vertiefung. Also, es war schon eine Herausforderung und Mutprobe, vom Eingang bis zum Ausgang des ‚Dunkelgangs‘ zu finden.
Mittlerweile war es Mittagszeit und wir hatten alle Hunger bekommen. Im Schloss Biebrich am Rheinufer waren Plätze für uns reserviert. Hier ergab sich Gelegenheit zum schönen Gedankenaustausch mit den Tischnachbarn. Nachdem wir uns gesättigt hatten, gab es ein leckeres Eis von einer sehr beliebten Eisdiele mit langer Schlange. Wir schlenderten noch am Ufer des alten Vaters Rhein entlang, der zurzeit sehr wenig Wasser führt und einen richtigen Strand hatte.
Nachmittags fuhren wir – mit vielen schönen Momenten in der Seele bereichert – wieder nach Hause.
20. Oktober 2026
Text:
Ingrid Neuendorf
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