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Ein Tag voller Gemeinschaft und Inspiration
Gottesdienst zum Jahresauftakt für Jugendliche

 

Am Sonntag, 19. Januar 2025 war es endlich so weit: Der Gottesdienst zum Jahresauftakt für Jugendliche versammelte über 300 Teilnehmende aus den sechs Bezirken Darmstadt, Gießen, Hersfeld-Lauterbach, Kassel-Korbach, Marburg und Offenbach in der Kirche Gießen-Süd, um gemeinsam in das neue Jahr zu starten. Der Gottesdienst wurde via IPTV übertragen, sodass die Jugendlichen aus der gesamten Gebietskirche die Gelegenheit hatten, daran teilzunehmen.

Bereits eine Stunde vor Gottesdienstbeginn trafen sich etwa 100 Jugendliche, um im Chor zu proben. Mit viel Freude wurden die Lieder angesungen, die den Gottesdienst umrahmen sollten. Man konnte die Freude förmlich greifen, und sehen, wie schnell sich die Jugendlichen in dieser neuen Konstellation gefunden und Spaß am Musizieren hatten. Für den Gottesdienst wurden extra Liedhefte angefertigt. Weiterhin bekam jeder Jugendliche einen Schlüsselanhänger in Form einer Sanduhr mit eingraviertem Jahresmotto „Es ist Zeit, Gutes zu tun“.

Interaktive Vorbereitung auf den Gottesdienst
Kurz bevor der Gottesdienst startete, begann das interaktive Vorprogramm, das über die Plattform Mentimeter durchgeführt wurde. Diana Tacke (Marburg) begrüßte die Jugendlichen in nah und fern und moderierte die Umfrage. Hierbei konnten die Teilnehmer sowohl vor Ort als auch in den Übertragungsstätten an drei Fragen teilnehmen: „Wo befindest du dich gerade?“, „Hast du Neujahrsvorsätze?“ und „Was möchtest du diesen Monat konkret Gutes tun?“. Besonders die letzte Frage, die sich auf das Kirchenmotto des Jahres bezog, sorgte für viele interessante Antworten. Am häufigsten wurden hier die Worte „beten“ und „zuhören“ genannt – zwei wertvolle Handlungen, die in dem nun folgenden Gottesdienst aufgegriffen wurden.

Es ist Zeit, Gutes zu tun
Bezirksapostel Stefan Pöschel begann den Predigtteil, indem er auf das zuvor gesungene Chorlied „Herr, ich bin nicht würdig“ einging, und leitete anschließend zum Bibelwort, aus Lukas 10, 29 und 37, über:

„Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!“

Die Botschaft des Gottesdienstes war klar: „Es ist Zeit, Gutes zu tun. Zögere nicht, Gutes zu tun!“.

Der Bezirksapostel unterstrich die Gedanken des Stammapostels aus dessen Neujahrsansprache und nannte die drei wesentlichen Bereiche, in welchen wir Gutes tun können: Für uns selbst, für unseren Nächsten und für die Kirche. „Jesus ist auf die Welt gekommen für dich!“, betonte er. Dabei ging er besonders auf die Frage ein, wie wir uns selbst etwas Gutes tun können. Ein einfaches, aber sehr praktisches Beispiel sei, anstatt morgens direkt mit Social Media in den Tag zu starten, könnten wir uns einen Bibelvers durchlesen.

Ein weiterer wichtiger Punkt war, Gutes für unseren Nächsten zu tun. „Wer ist mein Nächster?“, fragte Bezirksapostel Pöschel und stellte klar, dass der Nächste nicht immer derjenige ist, der uns am nächsten steht, sondern vielmehr der, der in Not ist. Nun leitete er auf das Gleichnis des barmherzigen Samariters und die Bibellesung über. Isabella und Melanie, zwei junge Schwestern aus dem Bezirk Offenbach, lasen aus Lukas 10, 29-37.

Der barmherzige Samariter
Nach der Lesung erläuterte der Bezirksapostel das Gleichnis vom barmherzigen Samariter genauer und stellte die Frage: „Hast du ein Auge auf den anderen? Kannst du sehen, wo er Hilfe braucht?“. Bezirksapostel Pöschel rief die Jugend dazu auf, seinem Nächsten nicht nur zuzuhören, sondern aktiv und wiederkehrend für ihn da zu sein. Es komme nicht darauf an, Hilfe zu leisten, um ein gutes Gefühl zu bekommen. Vielmehr solle man sich fragen: „Was braucht der andere wirklich?“ Diese Haltung des Perspektivwechsels sei es, die den wahren Dienst am Nächsten ausmache.

Konkretere Formen der Hilfe, bei denen die Jugendlichen bereits in der Vergangenheit Hilfe geleistet haben, bekamen in der Predigt ebenfalls Platz, beispielsweise das Jugendzentrum in Guinea-Bissau, welches durch Spenden an #jugendbewegt aufgebaut werden konnte. Bezirksapostel Pöschel dankte der Jugend für ihr Engagement und forderte sie auf, weiterhin so aktiv zu bleiben.
Wie kann ich dem anderen der Nächste sein?

Beide Predigtbeiträge betonten, wie wichtig es ist, die Perspektive seines Nächsten einzunehmen. Die Frage sei nicht „Wer ist mein Nächster?“, sondern viel mehr, „Wie kann ich ein Nächster für andere sein?“. „Sind wir noch sensibel dafür, wenn jemand in Not ist?“, fragte Priesterin Natascha Wagner (Kassel-Korbach), während Apostel Franz-Wilhelm Otten (Apostelbereich West) anmerkte, dass der Samariter im Gleichnis keine Unterschiede gemacht habe – er half, ohne nach Herkunft, Bildung oder Status zu fragen. Er sagte: „Im Gleichnis heißt es „Es war ein Mensch, der ging hinab…“ – ein Mensch – ohne weitere Differenzierung oder Eingrenzung.“

Abendmahl für die Entschlafenen
Besonders emotional wurde es während der Feier des Heiligen Abendmahls für Entschlafene. Zwei junge Geistliche aus dem Jugendkreis, Priesterin Carmen Lorenz (Darmstadt) und Priester Christoph Möller (Kassel-Korbach), nahmen dies stellvertretend entgegen, was einen besonders berührenden Moment schuf, der von zwei Musikbeiträgen umrahmt wurde. Den Abschluss bildeten der Schlusssegen und das kraftvoll vorgetragene Chorlied: „Du bist unser Licht“.

Nach dem Gottesdienst gab es drei leckere Sorten Suppe, die von den Jugendlichen in gemütlicher Runde und in Gemeinschaft gegessen wurden. Es war schön zu sehen, wie alle zusammen aßen, lachten und die Zeit miteinander genossen.

Mit Spaß, Spiel und Pantomime
Der Nachmittag wurde mit dem Spiel Activity eingeläutet. In gemischten Teams wurden Begriffe aus der Bibel, dem neuapostolischen Katechismus und dem Alltag entweder pantomimisch, erklärend oder zeichnerisch dargestellt. Lachen war garantiert und der Teamgeist zeigte sich deutlich, als eifrig versucht wurde, die Begriffe richtig zu erraten. Nach einem Abschlussgebet und der Verabschiedung, machten sich die Jugendlichen wieder auf den Heimweg.

Der Jahresauftakt für Jugendliche war ein voller Erfolg: Ein Tag, an dem nicht nur die inspirierende Predigt, sondern auch die Gemeinschaft und der Zusammenhalt der Jugendlichen im Vordergrund standen. Die Botschaft des Gottesdienstes, dass wir alle, Gutes tun können und sollen – sowohl für uns selbst als auch für unseren Nächsten – wird sicher noch lange in den Herzen der Jugendlichen nachklingen.

24. Januar 2025
Text: Jana Müller
Fotos: Simon Kisselbach

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