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Gottes Geschenke auspacken und nutzen
Bezirksgottesdienst mit Apostel Gerd Kisselbach

 

Am Sonntag, 21.9.24 hielt Apostel Gerd Kisselbach einen Gottesdienst für den ganzen Bezirk Darmstadt in der Römerhalle in Dieburg. Als Textwort diente das Wort aus Josua 24, Vers 15: „Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.“

Das vom Chor vorgetragene Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“ war der Impuls für Apostel Gerd Kisselbach auf die vielen unterschiedlichen Gefühlswelten einzugehen, die die Anwesenden mitgebracht haben: Dankbarkeit, Sorgen, Trauer, Mutlosigkeit, Fragen... So legte er zunächst den Frieden Christus auf die Gemeinde, damit Ruhe die Herzen erfüllen und die Gegenwart Gottes erlebbar werden kann.

Das Textwort bezieht sich auf Josua, der das gesamte Volk zusammenrief, nachdem es nach der 40-jährigen Wüstenwanderung in dem verheißenen Land sesshaft geworden war.   Vorbereitend überlegte Josua folgendes:
1. Wie gestaltet er das Leben in der neuen Umgebung   
2. Beim Blick zurück analysieren, welche Erfahrungen er mit seinem Gott gemacht hatte
3. Welche Entscheidung er daraus für sich und sein Haus trifft.

Josua hatte mit Gott viel erlebt: die Plagen über Ägypten, der Auszug, die Teilung des Schilfmeeres, Gott als Begleitung in der Feuer- oder Wolkensäule, die Versorgung mit Manna. Gott war immer da. Aus dieser Analyse entschied Josua: „ich und mein Haus – wir wollen dem Herrn dienen.

Apostel Kisselbach machte den Sprung in die Gegenwart, um in der großen Gemeinde eine „Analyse“ vorzunehmen.

Zuerst sprach er die Gruppe der Senioren mit ihren Sorgen an und sprach ihre Sorgen an. Neben den Sorgen des Älterwerdens könnte auch die Frage aufkommen, wie es in der Kirche weitergehen soll. Damit verbunden könnte auch Skepsis entstehen, weil sich so viel verändert hat: es gibt den Katechismus, ein neues Amtsverständnis und vieles mehr. Er warb darum, dass die älteren Geschwister die Weiterentwicklung in der Kirche und in den Gemeinden annehmen. 

Als nächste Gruppe betrachtete er das „Mittelalter“ – also die Gruppe zwischen Jugendlichen und Senioren und nahm nochmal Bezug auf das Eingangslied des Chores: „Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb – nehmen mich gefangen, jagen mich…“  Viele sind es es vom Altag in Beruf und Familie gewohnt zu gestalten, die Dinge in die Hand zu nehmen und den Takt vorzugeben.  In der Gemeinde jedoch ist es wichtig, nicht nur voranzupreschen, sondern die Dinge im Sinne Jesu zu gestalten. Wenn wir Jesus in die Mitte stellen, hat jeder Raum!! 

Der Apostel sprach auch die Gruppe der Jugendlichen an: die Jugend hat heute die größten Herausforderungen.  Alles wird verglichen und gemessen.  Zudem stellt sich die Frage, wie denn die Zukunft aussieht:  wie geht es weiter mit der Erde weiter, dem Weltfrieden, der Gesellschaft, der Konjunktur? Wo ist da noch Raum??  Die Gemeinde bietet Raum, sie bietet Kraft und dort kann jeder Gottes Nähe erleben.  Er lud die Jugend ein, die Kirche der Zukunft mit ihren schönen Gaben zu gestalten.  

Trotz aller Herausforderungen, die uns so vereinnahmen, sollen wir dienen. „Was kann jeder von uns tun?“ so die Frage des Apostels.

An die Kinder gerichtet fragte er, was sie denn tun, wenn sie etwas geschenkt bekommen. Ihre Antwort war klar: man sagt DANKESCHÖN und packt das Geschenk aus. Gott hat uns ganz persönliche Gaben geschenkt. Diese gilt es auszupacken und zu nutzen.

Liebe
ist ein Geschenk Gottes, das wir bei der Versiegelung mit dem heiligen Geist empfangen haben. Die Liebe Gottes ist Quelle der Kraft und der Freude.  Unsere Aufgabe ist es, die Liebe Gottes zu erwidern und den Nächsten zu lieben wie uns selbst. Gottes Liebe befähigt uns, dem nächsten in Liebe zu begegnen und mit Liebe zu dienen.

Gnade
ist ein Geschenk, das wir bei der Wassertaufe und immer wieder beim Heiligen Abendmahl erhalten. Jesus hat durch seinen Opfertod die Möglichkeit geschaffen, unsere Beziehung zu Gott zu stärken. Unsere Aufgabe ist es, diese Gnade unserem nächsten zu schenken - auch wenn mich ein Wort verletzt hat, das Verhalten des anderen mich noch so sehr verwundert.

Frieden
gilt es anzunehmen und mitzunehmen, denn den können wir an allen Orten gut gebrauchen. Lasst uns den Frieden mit offenen Händen verteilen, damit er sich vermehrt in unserer Gesellschaft.  

Freude
kommt sicher nicht aus den täglichen Nachrichten.  Das Geschenk des Heiligen Geistes führt uns den wiederkommenden Herrn Jesu vor Augen. Die Verheißung annehmen, mit Freuden dienen und diese Freude in den Gemeinden leben – das ist unsere Aufgabe. Das, was uns als Gotteskinder verbindet, ist die Erwartung auf die Wiederkunft und das ist viel Größer als das, was uns trennen könnte.

In der Überleitung zum Heiligen Abendmahl ging Apostel Kisselbach auf ein weiteres bekanntes Wort von Josua ein, als er Kundschafter in der Stadt Jericho war: „mit des Herrn Hilfe kanns gelingen“.  Uns ist die ewige Stadt in Gottes Reich verheißen. Oft fragen wir uns sicher auch: „wie soll das gehen?“ Der Herr hilft durch seine Gnade. Die Gnade ist da, das Opfer ist gebracht. Unsere Aufgabe ist es, die Gnade anzunehmen und dieses Geschenk auch für unseren Nächsten zu nutzen.

Nach dem Abendmahl folgte die Ruhesetzung von Evangelist Max Mühlhäuser, bevor der Gottesdienst mit Gebet und Segen endete.  

25. September 2024
Text: aw
Fotos: Marcel Felde

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