Am Samstag, dem 29. August 2026, feierten die neuapostolischen Christen aus der Gemeinde Dieburg Deckenfest (das Pendant zum klassischen Richtfest und wird gefeiert, wenn bei einem Gebäude ohne traditionellen Dachstuhl die oberste Geschossdecke fertiggestellt ist) ihres künftigen Zuhauses. Es soll im 3. Quartal 2027 fertiggestellt werden.
Zum Deckenfest hatten sich am Mittag Apostel Gerd Kisselbach, Bischof Jürgen Kramer, die Bezirksleitung des Kirchenbezirks Darmstadt, der zuständige Architekt der Bauabteilung der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, der beauftragte Architekt sowie die neuapostolischen Christen, ihre Freunde und Nachbarn im Rohbau versammelt. Um 13.00 Uhr gab der Gemeindechor den Startschuss für den Festakt mit dem Lied „Ziehe deine Schuhe aus, denn der Ort, wo du stehst, ist heilig“.
„Denn hier ist Gottes Haus!“
Der Gemeindevorsteher, Evangelist Andreas Reinhardt, griff dieses Lied, das mit den Worten „Denn hier ist Gottes Haus!“ endet, auf und rief die versammelte Gemeinde dazu auf, klein und demütig zu bleiben. Dies ist das Haus Gottes, ein „Wartehaus“ auf die Wiederkunft Jesu Christi und ein „Bethaus“, in dem sich die Gemeinde versammelt, um Gott anzubeten. Dort wird das Wort Gottes verkündigt und die Sakramente gespendet. Er dankte allen, die dazu beigetragen haben, dass dieser Neubau möglich geworden ist.
„Sei getrost und unverzagt!“
Der für den Bezirk Darmstadt zuständige Apostel Gerd Kisselbach begann zunächst damit, dass es im Laufe der Jahrzehnte selten geworden ist, dass neue Kirchen gebaut werden. Da nicht alle Statistiken einsehbar sind, hat der Apostel für einen groben Überblick mittels KI recherchiert. Dabei wurden für die Jahre nach dem 2. Weltkrieg und 1955 ca. 8.000 neue katholische und evangelische Kirchen, in den ersten 20 Jahren des neuen Jahrtausends nur ca. 49 neue Kirchen angeführt.
Daher ist dieses Deckenfest etwas Besonderes und mit besonderem Dank verbunden. Zunächst ging der Dank an Bezirksapostel Stefan Pöschel als Kirchenpräsident und den Landesvorstand, die diesem Bauvorhaben zugestimmt haben, des Weiteren an die Planer und Ausführenden. Schließlich auch an die Gläubigen selbst, die mit ihren Spenden an die Gebietskirche Westdeutschland solidarisch dazu beitragen, dass die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.
Auch dem Gemeindevorsteher dankte er für die „Extra-Meile“, die dieser zurückgelegt hat, um unter anderem auch ein vorübergehendes Zuhause für die Gemeinde zu finden. Ein besonderer Dank gilt der Pfarrei St. Wolfgang in Dieburg, die den Gläubigen während dieser Bauphase ihre Kirche zum Feiern der Gottesdienste, Chor- und Orchesterproben sowie zu den kirchlichen Unterrichten zur Verfügung stellt. Auch den am Bau beteiligten Firmen wurde der Dank ausgesprochen.
Aus persönlichem Erleben bat der Apostel, den weiteren Bauverlauf in liebevollem Miteinander zu begleiten, nicht selbst zu Bauexperten zu werden und darauf zu vertrauen, dass sehr gute Arbeit geleistet wird. Abschließend gab der Apostel noch ein Bibelwort für dieses Bauprojekt mit, das König David seinem Sohn Salomo ermutigend zum damaligen Tempelbau gab (1. Chronik 28, 20): „Sei getrost und unverzagt!“
Gemeinsames Gebet
Bischof Jürgen Kramer betete noch mit der versammelten Gemeinde, dankte dem großen, allmächtigen Gott für alles, was dieser bis hierher bereitet und getan hat und bat um einen weiteren guten Verlauf auf dieser Baustelle und den Engelschutz dafür. Vorausschauend bat er darum, dass dieses Haus mit einem großartigen, freudigen Leben erfüllt werde und allen bewusst sein möge, dass es Gottes Haus ist und seine Heiligkeit hier einziehen möge. Dieses Haus möge in seine Umgebung strahlen und zusammen mit der Gemeinde die frohe Botschaft Jesu Christi verkündigen.
Modernes, offenes und lichtdurchflutetes Gebäude
Architekt Eugen Jagen von der Bauabteilung der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland in Dortmund sprach von einem Meilenstein, der erreicht worden sei: Mit der Fertigstellung des Rohbaus wird erstmalig die Architektur in ihrer räumlichen Wirkung sichtbar. Das Haus, das hier entsteht, wird ein modernes, ein offenes und lichtdurchflutetes Gebäude, welches den heutigen Anspruch an Raumangebot, Barrierefreiheit, Flexibilität, energetischen und technischen Standards gerecht wird.
Der Besucher betritt das neue Gebäude durch das helle großzügige Foyer und gelangt in den Kirchensaal mit einer Sitzplatzkapazität von 95 Plätzen, die für besondere Gelegenheiten erweitert werden kann.
Zeitkapsel einbetoniert
Zum Abschluss des Deckenfestes wurde die Zeitkapsel, die die Gemeindemitglieder mit Fotos, Andenken, beschriftete Kärtchen der Kinder, Notenblatt des Orchesters und Briefen befüllt haben, in einer Kupferhülse im Altarraum einbetoniert.
Nach dem offiziellen Teil gab es die Gelegenheit, bei Gulaschsuppe, warmen und kalten Getränken sowie Süßigkeiten Gemeinschaft zu pflegen.
31. August 2026
Text:
Kai Schröder
Fotos:
Frank Schünemann,
Gerald Wurm
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