Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ – diese Frage Jesu aus Markus 10,51 stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes am 30. August in der Gemeinde Bergstraße. Der Bezirksälteste Rother spendete in dem feierlichen Gottesdienst den Geschwistern Kaffenberger den Segen zur Goldenen Hochzeit.
Der Bezirksälteste Tobias Rother nahm die Frage zum Anlass, darüber nachzudenken, mit welchen Erwartungen wir Jesus begegnen. Als Kinder haben viele von uns das Spiel gespielt: „Wenn du drei Wünsche frei hättest – was würdest du dir wünschen?“ Angesichts der vielen Krisen unserer Zeit stünde ein Weltretter für viele heute sicherlich ganz oben auf der Wunschliste. Doch auch vor rund 2000 Jahren waren die Menschen mit Unterdrückung, Armut und Ungerechtigkeit konfrontiert. Auch damals sehnten sie sich nach einem, der ihre Welt verändert.
Dann kam Jesus. Er begegnete den Menschen mit Liebe und Zuwendung. Er wollte nicht nur ihre äußeren Lebensumstände verändern, sondern ihnen persönlich begegnen. Und genau darin liegt eine wichtige Frage auch für uns heute: Wie nehmen wir Jesus wahr?
Es kommt auf unsere Perspektive an. Für manche ist Jesus lediglich ein Mensch, der vor 2000 Jahren gelebt hat. Für uns Christen aber ist er der Sohn Gottes, auf den wir unsere Hoffnung setzen dürfen – einer, der uns persönlich begegnen möchte.
„Was willst du, dass ich für dich tun soll?“
Jesus stellte diese Frage dem blinden Bartimäus. Eigentlich scheint die Antwort offensichtlich. Und doch fragt Jesus ihn ganz persönlich: Was möchtest du von mir? Diese Frage richtet sich auch an uns: Was ist meine Lebensfrage? Was wünsche ich mir von Jesus? Was möchte ich ihm anvertrauen?
Dabei müssen wir nicht immer alles verstehen. Der Bezirksälteste erinnerte daran, wie Jesus den Blinden heilte und dabei einen ungewöhnlichen Weg wählte. Jesus machte einen Brei aus Sand, Erde und Speichel und strich ihn dem Blinden auf die Augen. Was hätten wir an seiner Stelle mit diesem Rat gemacht? Vielleicht wäre es einfacher gewesen, zunächst lange darüber nachzudenken, ob das überhaupt funktionieren kann. Doch manchmal ist es viel einfacher, Jesus zu vertrauen.
Dazu braucht es Mut: den Mut, die eigene Lebensfrage Jesus anzuvertrauen und sich auf seine Führung einzulassen. Denn seine Botschaft an uns ist eindeutig: „Ich liebe dich.“
Evangelist Gerd Schaubach, der in diesem Gottesdienst mitwirkte, blickte auf seine Kindheit und Jugend in der Gemeinde Bickenbach zurück. Dort war der Goldhochzeitsbräutigam, Pr. i.R. Karlheinz Kaffenberger, viele Jahre als Vorsteher tätig. Als junger Mensch war Gerd Schaubach dankbar für Menschen, die ihm Orientierung und Halt gaben.
Mit Blick auf das Bibelwort des Gottesdienstes führte Evangelist Schaubach einige Gedanken aus Psalm 115 aus, der die Überschrift „Gott allein die Ehre“ trägt. Darin findet sich unter anderem der bekannte Satz: „Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.“ Diese Zusage kann gerade dann tragen, wenn wir nicht verstehen, was geschieht. Nicht alles in unserem Leben erschließt sich uns sofort und macht uns manches Mal ratlos. Doch wir dürfen darauf vertrauen: Gott denkt an uns.
Am Ende steht die Antwort des Psalms: „Wir aber loben den Herrn von nun an bis in Ewigkeit.“
„Ihr sollt ein Segen sein“
Der Bezirksälteste Rother gab dem Jubelpaar ein Wort aus 1. Mose 12,2 – leicht abgewandelt – mit auf den weiteren gemeinsamen Weg: „Ich will euch (dich) segnen, und ihr (du) soll(s)t ein Segen sein.“ Er wünschte dem Paar, dass es Gottes Segen so intensiv erfahren darf, dass es auch in Zukunft davon an andere weitergeben kann. „Ihr seid ein Segen und ihr bekommt einen Segen“ – dieser Gedanke leitete die Segenshandlung ein.
Nach dem Gottesdienst luden die Geschwister Kaffenberger die gesamte Gemeinde zu einem Umtrunk ein.
30. August 2026
Text:
Rebekka Riehl
Fotos:
Silvan Lange
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