Das Heilige Abendmahl stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes, den Bischof Jürgen Kramer am 17.03.2024 in der Gemeinde Bergstraße hielt. Als Grundlage diente ein Bibelwort aus 1 Korinther 11, 23 und 24: „Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach´s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis.“
Die musikalische Mitgestaltung durch den gemeinsamen Männerchor der Bezirke Darmstadt und Offenbach erinnerte den Bischof an seine Kindheit in der Gemeinde Pfungstadt, die damals, ohne Chor, gelegentlich einen Teil des Männerchores zu Besuch hatte. Heute sei es keine Selbstverständlichkeit, dass es im Bezirk einen Männerchor gibt, und Bischof Kramer ermunterte zum Weitermachen.
Die Gemeinde öffnete sich im Eingangslied „Kehr ein, o Herr, kehr ein“ (GB Nr. 134) für das Wirken des Heiligen Geistes im Dienen des Bischofs, das die Facetten des Heiligen Abendmahls und als feierlichen Höhepunkt des Gottesdienstes entfaltete.
Ein Gottesdienst ist mehr als nur ein Kalendereintrag. Im Gottesdienst ist Gott gegenwärtig und wir erfahren göttliche Realität. Der Sohn Gottes ging als wahrer Gott und wahrer Mensch über die Erde. Er hat gefühlt und gelitten wie wir. Unschuldig ist er gestorben und wir können seine unbegreiflich große Liebe dankbar annehmen. Sie gilt uns allen und ist Grundlage dafür, dass wir heute Heiliges Abendmahl feiern. Wir haben durch den würdigen Genuss Anteil an seinem Opfer.
Damals, als Jesus Christus das Abendmahl einsetzte, haben die Menschen nicht verstanden, warum sie Leib und Blut Jesus zu sich nehmen sollten und wandten sich ab. Die zwölf Apostel sind geblieben weil sie glaubten.
Wir feiern heute das von Jesus Christus gestiftete Abendmahl als
- Gedächtnismahl – im Gedenken an das Leben und den Tod Jesu Christi, seine Auferstehung, Himmelfahrt und in Erwartung auf sein Wiederkommen. Im Heiligen Abendmahl haben wir innige Gemeinschaft mit dem Gottessohn.
- Dankesmahl – das der Herr uns gegeben hat und für das wir dankbar sind.
- Bekenntnismahl – weil wir im würdigen Genuss den Sohn Gottes, den Herrn und Heiland bekennen.
- Gemeinschaftsmahl – sowohl das Apostolat als auch die gottesdienstliche Gemeinschaft pflegen innige Verbindung mit Jesus Christus im Abendmahl.
Es handelt sich nicht um Fast Food, das man gedankenlos verzehrt. Würdiger Genuss bedeutet, dass wir das Heilige Abendmahl im Gedächtnis an den Gottessohn genießen. Wir wollen uns ganz auf den Herrn konzentrieren und nicht ablenken lassen. Wenn wir das Heilige Abendmahl würdig genießen, sind wir versorgt auf unserem Weg und haben Alles, was wir brauchen zur Vorbereitung auf das Wiederkommen des Herrn. Wir sollten uns nicht von vielen Meinungen zu allem Möglichen ablenken lassen, oder es gar so weit kommen lassen, dass sich daran Gemeinden spalten.
Priester Dirk Becht, Gemeinde Höchst, erinnerte in seinem Predigtbeitrag an die Zeit vor wenigen Jahren, in der das Heilige Abendmahl nicht gefeiert werden konnte, und dass dadurch das Sehnen nach der innigen Verbindung mit Jesus Christus größer geworden ist.
Mit Gedanken des Dichters Karl Gerok über die Versöhnung stimmte Bischof Kramer auf den Höhepunkt des Gottesdienstes ein.
Der Bischof bat in seinem Schlussgebet ganz besonders um Frieden und darum, dass wir zum Frieden in unserem Umfeld beitragen mögen, indem wir auf unsere Worte und unser Handeln achten.
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