Am Sonntag 7. Dezember 2025 versammelten sich die Gemeinden Höchst und Ober-Ramstadt in der Kirche in Ober-Ramstadt zu einem festlichen Gottesdienst am Zweiten Advent. Der Gottesdienst wurde über IPTV in die Gemeinde Dieburg übertragen. Apostel Gerd Kisselbach diente mit dem Wort aus Jesaja 60, Verse 1 und 2: „Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt...“ Schon zu Beginn war spürbar, dass dieser Gottesdienst von Gemeinschaft, Wärme und persönlicher Nähe geprägt war. Kinder sangen dem Apostel vor dem Gottesdienst "Einfach spitze, dass Du da bist. Komm, wir loben Gott den Herrn".
Gemeinschaft, die guttut
Der Apostel griff gleich zu Beginn einen einfachen, aber tiefgehenden Gedanken auf: Wie wohltuend ist es, einander im Gottesdienst zu begegnen. Wenn Brüder, Schwestern, Gäste und Freunde zusammenkommen, entsteht etwas, das über Worte hinausgeht. Gemeinschaft selbst kann schon Trost und Stärkung sein. Apostel Kisselbach wünschte der Gemeinde, dass jeder Gottesdienst solche persönlichen Begegnungen schenkt und erlebbar macht, wie viel mehr uns verbindet als trennt.
„Meinst du mich, Herr?“ – Gottes Wirken ist persönlich
Ausgehend von dem Chorlied (Chorbuch: 388 Ich, der Herr von Erd' und All) stellte der Apostel die Frage nach der persönlichen Gottesbeziehung in den Mittelpunkt. Gottesdienst ist nicht Routine, auch nicht nach dem hundertsten oder tausendsten Besuch. Gottes Wirken durch den Heiligen Geist meint jeden Einzelnen ganz persönlich – in seiner Lebenssituation, seinen Sorgen, Fragen und Freuden. Gottes Liebe und der Friede des Auferstandenen sind nicht allgemein gedacht, sondern werden jedem ganz individuell geschenkt, um daraus Kraft und Mut für den Alltag zu schöpfen.
Licht mitten in der Finsternis
Das Wort aus Jesaja entstand in einer Zeit großer Not: Krieg, Zerstörung und Heimatverlust bestimmten das Leben des Volkes Israel. Der Prophet sprach von Finsternis – und gleichzeitig vom Licht. Diese Spannung übertrug Apostel Kisselbach in die heutige Zeit. In all den Bedrohungen, die wir erleben: weltweite Krisen, persönliche Sorgen, Krankheit und Unsicherheit, gilt die Verheißung neu: Jesus Christus ist das Licht der Welt. Er ist nicht nur ein Licht, sondern „dein und mein Licht“, das Hoffnung schenkt und den Blick über das Sichtbare hinaus öffnet.
Nähe zum Licht verändert
Mit einem anschaulichen Bild machte der Apostel deutlich, dass Licht Nähe braucht. Eine Kerze beginnt erst dann zu leuchten, wenn das Feuer des Anzünders sie wirklich berührt. So ist es auch im Glauben: Gottes Licht wirkt dort, wo Menschen sich ihm öffnen und Nähe zulassen. Diese Berührung lässt Glaube, Liebe, Frieden und Hoffnung wachsen – und dieses Licht soll nicht verborgen bleiben, sondern im Alltag sichtbar werden
Wärme durch Nähe
In der Predigtzugabe griff Bezirksevangelist Steinke das Thema Licht auf und ergänzte es um das Bild der Sonne. Im Weltall ist es dunkel und kalt, doch dort, wo Sonnenstrahlen auf einen Planeten treffen, wird es hell und warm. Je näher man der Sonne kommt, desto mehr Wärme entsteht. Dieses Bild übertrug er auf Jesus Christus: In seiner Nähe erfahren Menschen Wärme, Leben und Hoffnung. Die Wiederkunft Christi ist nicht nur das Ende von Leid, sondern vor allem die vollkommene Gemeinschaft mit Gott. Schon heute dürfen wir beginnen, diese Wärme weiterzugeben.
Licht teilen und Hoffnung bewahren
Der Gottesdienst mündete in die Ermutigung, mit den eigenen Gaben zu leuchten – so unterschiedlich sie auch sein mögen. Jeder darf mit dem Licht dienen, das Gott ihm anvertraut hat. Es soll uns durch den Advent begleiten, unsere Herzen erhellen und uns befähigen, Hoffnung weiterzutragen – bis der Herr kommt.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls wurden zwei Schwestern zu Diakoninnen sowie eine Diakonin zu Priesterin ordiniert.
Im gemeinsam gesungenen Schlusslied „Der Herr ist mein Licht“ wurde nochmal unterstrichen: Gottes Licht gilt heute, hier und jetzt.
14. Dezember 2025
Text:
Torsten Barnitzke
Fotos:
Sabine Klug
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